Verfasst von: siddler | Sonntag, Juni 22, 2008

Das Wunder der Natur oder warum Stadt-Marathon einfach besser ist

“Brrrrm”, “Brrrrrrrrrrrmbrm”, “Barrrrrrrrrrrmbrmmrbrmmmmmm” Nein, es handelt sich bei dieser lautmalerischen Umschreibung nicht um das (durch heimelig-sanfte) Brummen eines aufgebohrten Mofa-Vergasers. Und auch hat die Einordnung der Geräusche in Richtungen á la 6 Uhr, 7 Uhr und 12 Uhr  nichts mit Flugzeugen zu tun. Obwohl wir uns damit dem Thema schon erstaunlich dicht nähern…

Nein, die ach so unverbrauchte und friedliche Natur hat den maßgeblichen Anteil an dieser Geräuschkulisse.

Als bekennender und glücklicher Stadtmensch war es gestern wieder so weit. Der Ausflug aufs (wirklich flachste) Land brachte die wunderbare Gelegenheit mit sich, in “Gottes freier und unverbrauchter” Natur seine Trainingskilometer abzuspulen. Und weil Bauern auf die Annehmlichkeiten asphaltierter Strassen nicht verzichten mögen, mussten sich meine Laufschuhe dabei noch nicht einmal an einen wesensfremden Untergrund gewöhnen.

So weit, so gut.

Nur leider hält die von linken, luschigen & öko-grünverseuchten Bio-Jüngern unterwanderte Bauernschaft nicht mehr viel von moderner und pestizidreicher Landbewirtschaftung. Zusammen mit lauschigen und schwülwarmen Sommertemperaturen ergibt sich somit – insbesondere am Nachmittag – eine sehr ungünstige Konstellation mit dem Ergebnis ungezügelter Artenvielfalt im Reich der Insekten.

Genaugenommen scheint insbesondere die Art Stomoxys calcitrans von den Bedingungen bevorzugt zu profitieren. Für diejenigen unter den Lesern, die von Biologie ebenso viel verstehen wie: Gemeint ist die fiese Stechfliege – auch Wadenstecher genannt (so schreibt jedenfalls Wikipedia - wenn auch unter Ansicht eines falschen Bildes). Jedenfalls wurde ich bereits nach wenigen Minuten von einigen dieser Plagegeister umschwirrt.

Die ursprünglich geplante gemütliche Trainingseinheit über ein paar Kilometer wurde somit zu einem Tempo-Intervall-Training mit recht unregelmäßigen Intervallen. Die Stopps müssen für etwaige Beobachter recht seltsam anzuschauen gewesen sein. Von weitem hätte man vermuten können, dass der Läufer (das war ich ;-) ) mit seinen Leistungen so unzufrieden gewesen sei, dass er sich selber zur Strafe schlagen würde…

Na ja, was soll’s. Es heisst ja: Was nicht tötet, härtet ab. Immerhin waren es dann 10k mehr auf der Trainingsuhr und ca. 15 Wadenstecher weniger auf dieser Erde. Vor allem letzteres dürfte wohl ein Gewinn für unsere Spezies sein…

Da fällt mir noch ein Tipp meines geschätzten Herrn Vaters ein. Der hat bei Waldläufen (so hieß das ja früher, was wir heute “Joggen” nennen) immer ein kurzes Handtuch mit sich geführt. Das hilft zunächst zum Trocknen des eigenen Schweißes, aber vor allem kann man damit wunderbar um sich schlagen, wenn die Wadenstecher wieder unterwegs sind (die es im übrigen hauptsächlich auf meine rückwärtige Schulterpartie abgesehen hatten; auf die Wade wollten die sich eher ungerne setzten – aber da konnte ich sie dann auch prima erlegen!).


Antworten

  1. Hä, hä …. das beste dabei ist, dass man absolut keine Lust verspürt auch nur kurz anzuhalten ;-)
    Ich seh mich noch vor zwei Wochen im Wald herumshopsen, weil ich einen Stein im Schuh hatte. Ich danke das mich keiner gesehen hat. War so eine Art Fruchtbarkeitstanz mit Anleihen an das Schuhplatteln :lol:
    Ich wünsche noch ein paar “stechfreie” Läufe!

    Gruß Gerd

  2. Was machen die Brummer??


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